Archive for the ‘Swiss Interview’ Category

Swiss Interview: Dread J, Producer/DJ, Lucerne (Techno, House)

Saturday, June 23rd, 2012

DE: Es freut mich sehr, euch ein neues Interview aus der Schweiz zu präsentieren. Dieses Mal hab ich mir Dread J geschnappt. Ein junger Produzent, DJ und Kopf eines Luzerner Labels. Seine Geschichte ist sehr interessant, da er schon seit Anfang der 90er in der Musikszene mitmischt und viele Bekanntschaften gemacht hat. Darunter fallen auch Namen der Detroit Szene oder aus dem Nachbarland Deutschland. Wie viele andere Musiker, treibt auch ihn eine Leidenschaft von alten, legendären Synthis an. So fliessen bei seinen Stücken immer wieder die geliebten warmen Klänge mit ein.

Als Mitwirkender und DJ beim Schweizer Impuls Festival in Luzern, macht sein Name weiter die Runde in der Schweizer Techno Szene und wird uns hoffentlich noch viele weitere Jahre die Ohren beschallen.

Links zu seinen Profilen und das Interview sind gleich unten zu finden.


EN: I really appreciate to present you my next interview from Switzerland. This time I spoke to Dread J, a young producer, DJ and head of a Lucerne based label. His story is really interesting. In the early 90s he started to shape the local scene and met the right people to grow to what he is today. There are even some particular names from the Detroit and Germany Techno scene. As many other musicians, his passion belongs to the legendary and old synths. If you listen to his music, you will soon recognize this warmth of the sounds.

As a participant and DJ of the Swiss Impuls Festival in Lucerne, his name continues to ingrain in the Techno scene. That’s why we hope to hear many other good music from either Dread J himself or the recently founded label Neustadtmusik.

Links to his online profiles and the interview is just below.



Dread J – who stole the soul (snippet):

Links von Dread J:
- Dread J on Facebook
- Dread J on Soundcloud
- Neustadtmusik label online


Interview:
Wie kam es zu deinem Künstlernamen?

Im Jahre 92/93 hatte ich eine Platte gekauft die “Dread” hiess. Diese Platte hat meinen Namen geprägt, da sie mich beeindruckt hat. Es war eine eher kuriose Platte aber richtig gut produziert. Da ich aber nicht nur das Wort Dread wollte, habe ich versucht ein kleines Wortspiel zu gestalten. Schlussendlich ist “Dread J” daraus entstanden.

Wie lange produzierst du schon Musik oder legst auf?

1990 hatte ich meinen ersten Track produzierst. Zu dieser Zeit war es noch mit simplen Mitteln die ich zur Verfügung hatte. Ich mischte Platten rein und habe ein paar Beats mit einem Roland R70 gezaubert. Ich hatte damals von meinem Vater einen Atari 1040 bekommen. Zusammen mit dem ersten Cubase (Version 1.0) habe ich alles zu einem Track zusammen gefügt. Ich hatte damals auch noch keine wirklichen Bekanntschaften in der Techno Szene, also musste ich mir selber weiterhelfen.
Da ich aber ursprünglich mit dem Malen und Töpfern angefangen habe, war mir die kreative Gestaltung schon vertraut. Einzig war es keine visuelle Kunst mehr, sondern auditive. Mich hat schnell das ganze technische Prozedere an der Produktion fasziniert.

Meinen Weg als DJ hatte ich bereits 3 Jahre früher gefunden. 1990 hatte ich die erste Party in Luzern dieser Art auf die Beine gestellt, welche meine Laufbahn als DJ ebnete. Durch MTV im Kabelnetz bin ich auf diese verschiedenen Stile von EDM gestossen. Angefangen hat es mit Oldschool Tracks und ging dann weiter zu Hip House und Tyree Cooper. Acid House war also nur eine Frage der Zeit. Die ganze amerikanische Szene aus Detroit habe ich erst später kennengelernt. Zuerst kam die ganze englische Dance Musik.

Wo liegt dein Fokus beim Auflegen?

Angefangen hab ich ganz klassisch mit Vinyl. Heute bin ich davon aber weggekommen und gestalte meine Sets mit Notebook und Hardware. Mein Fokus liegt dort ganz klar auf Live Acts. Dabei ist mir wichtig, live zu spielen und nicht nur vor Ort den Play Button zu drücken und kleinere Spielereien einzubauen. Der ganze Live Act soll meine persönliche Note und einen Wiedererkennungswert mitbringen. Was ich an Gerätschaften immer dabei habe ist mein Notebook mit Traktor, mein TB-303 und gelegentlich noch das Microkorg. Besonders Spass machen dabei auch die Sample Decks von Traktor. Hierfür benutze ich gerne Loops von Tracks die mir sehr gefallen oder aus meinen eigenen Songs stammen.

Meine Abwechslung in der EDM finde ich beim Live Act oder Auflegen. Wenn ich live spiele dann eher technoidere Acts. Die “deepen” Klangwelten behalte ich mir für meine eigenen Produktionen zurück.

Spielst du ein Instrument / Hast du eine musikalische Ausbildung?

Angefangen hatte ich mit Bläserinstrumenten, dem Kornett und hatte später etwa noch ein 3/4 Jahr Klavierunterricht. Mein Lehrer nannte meine Klavierkünste eine Art Afrojazz, da ich gerne nach Gehör und Gefühl gespielt habe. Eine reine musikalische Ausbildung inkl. Theorie hatte ich aber nie genossen.

Für meinen Teil sehe ich die Theorie nicht im Zentrum meiner Produktionen. Ich unterscheide für mich ganz klar zwischen akkustischer und elektronischer Musik. Bei der elektronischen steht für mich das technische Wissen im Vordergrund. Klar gibt es hie und da ein Manko, wobei ich dann etwas länger benötige um eine ausgefeilte Melodie zu kreieren, aber mir ist schlussendlich wichtiger meine Musik nach Gehör und Gefühl zu produzieren und den Fokus auf das Abmischen, gute groovige Beats, gut eingesetzte Effekte und das Mastering zu legen.

Auf welche Stile konzentrierst du dich, bzw. bist du offen für andere Stile?

Grundsätzlich bin ich sehr offen was die verschiedenen Stile angeht und ich habe auch schon viel probiert. Schlussendlich finde ich mich aber immer wieder bei meinen Wurzeln, dem Minimal, Deep House, Tech House und Techno. Die ganzen Progi und Goa Sachen sind mir eher zu kalt. Mir ist hierbei wichtig, dass der richtige Swing/Groove im Song vorhanden ist und diesen finde ich für meinen Geschmack eher in diesen Genres.

Ich habe mir aber wieder vorgenommen, gelegentlich auch instrumentale Tracks mit z.B. einer richtig guten Stimme zu produzieren. Wenn ich da meine alten DAT Tapes durchhöre, sind dort unter anderem auch einige gute Trip Hop Tracks zu hören.

Eine weitere Leidenschaft die mich noch verfolgt sind audio-visuelle Darstellungen / Installationen. Hierbei geht es aber nicht um extrem abgefahrene oder experimentelle Sachen, sondern um z.B. Leinwand Projektionen mit mit gutem Sound untermalt sind. Hierbei käme dann auch wieder meine visuelle Kunst von damals zum Zuge.

Mit welcher DAW produzierst du deine Musik?

Im Moment arbeite ich mit Ableton, hänge aber zugegebener massen immer noch an Cubase. Ich erhoffe mir künftig Cubase via Rewire zu betreiben, so dass ich die Vorzüge beider DAW’s miteinander verbinden kann. Im Grossen und Ganzen spielt es aber für mich keine Rolle, da der Mensch für die Musik verantwortlich ist die hinten rauskommt. Ich finde man kann durchaus auch mit einem Music Maker ganz tolle und witzige Sachen kreieren.

Was ist dein Lieblings Hardware Synthesizer oder Software Synthesizer?

Bei den Hardware Geräten ist es schwierig sich spontan festzulegen, da jedes seine Stärken und Schwächen hat. Mich faszinieren bis heute ziemlich ein paar Geräte. Ein paar meiner Lieblinge sind aber Jupiter 6. Es hat einen unglaublich guten Hochpass Filter den ich sehr mag. Wohingegen der Juno 106, seine Stärken vor allem im Bass Bereich hat. Was natürlich nicht fehlen darf sind die modularen Moog Synthesizer, wovon ich aber leider keinen besitze.

Bei der Software mag ich den Tassman VST Synth ganz gut. Er hat einen ziemlich geilen Klang. Leider ist aber die Automation dermassen verkümmert, was es oft schwierig macht für gewisse Ansprüche.

Gibt es für dich gewisse “Basics” die in ein gutes Studio gehörten?

Ja, die dich ich heute noch besitze (lacht). Meine Hardware dich ich über die Jahre angesammelt habe, sehe ich als eine Art Lebenswerk. Es steckt viel Geld und Zeit dahinter. Ich habe mit 12/13 Jahren schon angefangen zu sammeln und mit Anzeigen nach Synthies gesucht. Die Hardware die ich besitze sind aber fast alles “nur” Instrumente / Tonerzeuger. Effekte benutze ich fast ausschliesslich die digitalen, welche aus heutiger Sicht gut mit der Hardware mithalten können.

Wie würdest du deine Musik in Worte fassen?

Meine Musik würde ich mit den Stichworten “Groove”, “Bass”, “Wärme” und “Human-Feel” beschreiben.

Was oder wer inspiriert dich beim Produzieren?

Eine Inspirationsquelle sind z.B. Parties / Anlässen bei welchen ich dabei bin, auch wenn die Musik nicht unbedingt meinem Stil entspricht. Ich höre heutzutage auch vermehrt Tracks an die mir sehr gefallen und achte auf gewisse Eigenschaften die mich auf Ideen bringen könnten. Ich bin aber von Haus aus ein kreativer Mensch dem es an Ideen selten mangelt. Was oft eher mangelt ist die Zeit, die Ideen umzusetzen..

Wie kam es zur Gründung des Labels Neustadtmusik?

Mein erstes Label hatte ich etwa 1995 in meiner Detroit Phase gegründet und trug damals den Namen “Dread Industries”. Dort konnte ich bereits meine ersten Erfahrungen sammeln. Letztes Jahr im März 2011 kam es dann zur Gründung des Labels “Neustadtmusik”. Leider ist es heutzutage ziemlich schwierig geworden sich mit einem Label über die Runden zu bringen.

Ich sehe das ganze aber als reine Kultur an. Kultur die den Menschen etwas bietet, die unterhaltet und sich ins soziale Leben einbindet. Daher erhoffe ich mir, dass die Stadt künftig mehr in die Szene eingebunden werden kann und uns mit Fördergeldern unterstützt. Denn das Label besitze ich nicht, um “nur” Geld zu machen, die Leidenschaft und der gute Sound steht dabei im Fokus der ganzen Gründung und Betreibung des Labels.

Was ist bei den neuen Releases zu erwarten?

Das erste Release von Dietrich & Strolch wurde von Decks Records finanziert und vertrieben. Wir haben inzwischen neue Partner und gehen nun mit neuem Elan an neue Releases.
Nader präsentiert uns erstmals seine neusten Beats. Soeben am 19. Juni 2012 ist die neuste EP auf Neustadtmusik von Nader erschienen. Unter anderem ist auch ein Remix von Paul Brtschitsch wie auch von mir, Dread J, vorzufinden sein. Ein kleiner Ausschnitt gibts gleich im Anschluss der Frage. Hinzu kommt, dass in den nächsten 2 Monaten auch noch ein neues Release von Dietrich & Strolch zu erwarten ist.

Auf was wir weiterhin achten, dass wir künftig auf Vinyl und Digital setzen, da das Gefühl einer Platte in den Händen nicht fehlen darf. Vom Stil her soll es nicht allzu kommerziell werden. Wir möchten vielmehr einen guten Mittelweg einschlagen zwischen Underground und Kommerz. Immerhin möchten wir viele Leute erreichen. Die ganzen Social Media Plattformen spielen dabei auch eine sehr grosse Rolle. Soundcloud bietet eine super Plattform für den Upload der Musik und Facebook ist ideal für die Veröffentlichung von Events. Da wir viele Leute erreichen möchte, nutzen wir auch gerne die freien Medien die zur Verfügung stehen.

Zudem sind wir immer auf der Suche nach neuen Talenten. Entweder erhalten wir Demos zugeschickt oder durchsuchen selber die Soundcloud nach interessanten Künstlern.

Swiss Interview: Lhokko, Producer, Lucerne (Dubstep / Electro)

Thursday, April 12th, 2012

DE: Das freut mich sehr, euch mal wieder mit einem Swiss Interview zu betexten.
Dieses Mal möchte ich euch Lhokko vorstellen, ein Produzent aus Luzern. Er produziert seit etwa 2 Jahren Musik und wendet sich vorwiegend dem Dubstep und Elektro zu.

Bisher veröffentlichte er hauptsächlich auf Soundcloud. Aber wie von vielen Musikern der Wunsch, möchte auch er irgendwann seine Sounds veröffentlichen. Zuunterst gibts ein Set mit ein paar Tracks von Lhokko zu hören, aufs Interview hin ist er aber mit einem weiteren Track fertig geworden.

Sein neustes Werk ist eine in Dubstep getränkte orientalische Anmutung mit gelungenen und abwechslungsreichen Beats. Gleich beim Einstieg holt einen das Tambourin ab und hebt die Spannung auf den restlichen Track an. Aber am Besten hört ihr selbst rein und macht euch ein Bild davon.

Wer Lhokko weiterhin verfolgen möchte, unten sind die Links angehängt, wo ihr seine Sounds und Infos über ihn finden könnt.


EN: It gives me great pleasure to present you another Swiss interview.
This time I want to introduce Lhokko, a producer from Lucerne. He has been producing music for about 2 years and is dedicating his effort primarily to Dubstep and Electro.

So far he has published mainly on SoundCloud. But as many musicians intend to, he one day would eventually publish his sounds on the official market. At the very bottom, there’s a set of sounds with recent tracks by Lhokko. But as of now, he made some final tweaks on his newest sounds.

His newest work is a Dubstep track with an oriental elegance, nice & varied beats. Immediately after the start, a tambourine catches your ear and brings the nescessary thrill to go to the next level. But I’d rather say, listen to the song yourself.

For those who wants to follow the steps of Lhokko, below are the links, where you can find his sounds and information about him.


Lhokko – Opium fed Dreams (11 April 2012):




Links von Lhokko:
- Lhokko on Facebook
- Lhokko on Soundcloud
- Lhokko on Youtube


Interview:

Wie kam es zu deinem Künstlernamen?
Mein Künstlername ist eine orthografische Abwandlung von Loco, so nennen mich manche in meinem Kollegenkreis (wie es dazu kam, weiss ich auch nicht mehr genau). Auf jeden Fall bedeutet es auf Spanisch „verrückt“ und trifft manchmal durchaus auf mich zu. Weil „Loco“, so geschrieben, aber sicher schon eine geschätzte Million mal von Künstlern verwendet wurde, griff ich ein klein wenig in die Rechtschreibung ein, ohne die Aussprache (im Englischen) zu verändern.

Wie lange produzierst du schon Musik?
Eigentlich bin ich noch ein blutjunger…Fortgeschrittener :) Das sind jetzt nämlich genau (erst) zwei Jahre. Obwohl es zu Beginn viel mehr Gepröbel war als richtiges Produzieren, aber hey, Übung macht den Meister und seit etwa einem Jahr bin ich sehr intensiv an der Sache dran und lerne beinahe jeden Tag wieder dazu. Ich habe das Gefühl, ich verbessere mich auch mit jedem Release, zumindest mal von der technischen Seite her betrachtet. Ich hoffe natürlich das bemerkt man auch als Konsument :) Die Feedbacks sind auf jeden Fall zu…95% positiv und hoffe das bleibt so.

Legst du auch auf? Wenn ja, was für einen Stil?
Bis jetzt noch nie unter meinem Künstlernamen. Mir wurde die Möglichkeit zwar schon angeboten aber ich fühle mich dabei einfach noch zu unsicher. Da ich mich wirklich nur aufs Produzieren beschränkt habe ging das DJing ein bisschen unter. Ich werde mich in nächster Zeit sicher mehr damit beschäftigen, was mir noch fehlt ist ein DJ-Controller, wenn also jemand hier draussen einen übrig hat, weiss er wo er sich melden kann :) Würde ich bereits auflegen, wäre das wohl vorwiegend Dubsteb und Elektro.

Wie hat alles angefangen mit dem Produzieren, was hat dich dazu bewegt?
Ich wollte ein Stück des Gipfels der maslowschen Bedürfnispyramide. Es klingt vielleicht blöd aber es war wirklich auch der Wunsch nach Selbstverwirklichung, sprich durch eigenen Aufwand etwas für andere zu kreieren, hinter dem ich voll und ganz stehen kann.
Zur selben Zeit fing ich an mich stärker für elektronische Musik zu interessieren. Irgendwie passte das gut zusammen und jetzt sehe ich aus wie ein Besessener wenn ich im FL Studio bin.

Wenn ja, was für Instrumente spielst du? Hast du ggf. eine musikalische Ausbildung?
Ich habe mal Blockflöte gespielt in der 2. Primarklasse :) Nein sonst habe ich keine Ausbildung. Das Nötige bringe ich mir selbst bei und lerne so auch „jeden“ Tag wieder was Neues.

Auf welche Stile konzentrierst du dich, bzw. bist du offen für andere Stile in deinen Produktionen?
Im Moment vor allem auf Elektro und Dubstep, wobei der Fokus eindeutig auf Dubstep liegt. Es ist einfach interessanter, da sich Dubstep mit diversen anderen Stilen gut kombinieren lässt.
Ich habe aber auch schon Hip Hop Beats produziert und bin auch im Moment an einem Rap Projekt beteiligt.
Und ja ich bin total offen für Experimente mit anderen Musikrichtungen. Schlager nicht!

Mit was für Software (DAW) produzierst du deine Musik?
Mit FL Studio 10. Den Einstieg in die ganze Materie habe ich jedoch mit LMMS gemacht, eine Freeware DAW, welche auf dem Prinzip von FL Studio basiert. So habe ich mich dann auch ohne Probleme in FL Studio zurechtgefunden.
Ich glaube auch nicht, dass ich das ändern werde. Von einem etablierten Tontechniker liess ich mir mal sagen, es sei egal mit welcher DAW man produziert, mit jeder kannst du nahezu alles erreichen, aber man muss sich darauf wohlfühlen und die Software beherrschen. Deswegen macht ein Umstieg auch keinen Sinn.

Was ist dein lieblings VST Synth/Generator?
Massive von Native Instruments…bis jetzt. Er ist übersichtlich. Je besser man den Synth beherrscht desto spannender wird er und der Sound ist einfach krass!

Wie würdest du deine eigene Musik in Worte fassen?
Die meisten meiner Tracks sind ziemlich sture, düster gestimmte, trashig angehauchte Wracks von elektronischen Bass-Monstern die sich gerne mal in Schale werfen um sie sich danach wieder vom Leib zu reissen.

Was/Wer inspiriert dich beim Produzieren?
Am meisten fasziniert und inspiriert mich im Moment die Musik von Matta. Die beiden Produzenten arbeiten was Innovation, Technik und Qualität angeht auf dem höchsten Level.
Aber die Liste der Künstler von denen ich mich inspirieren lasse ist lang. Um ein paar zu nennen: Boys Noize, Zeds Dead, Drivepilot, Niveau Zero, Dada Life, Feed Me, Skism, Hecq oder Nero.
Ich kann mich aber auch von Tracks die mir gefallen, aus ganz anderen Musikstilen inspirieren lassen.

Wieweit kannst du dir von der Musik einen Teil des Lebens bestreiten?
Zu keinem Teil bis jetzt. Das ändert sich vielleicht mal. Wäre irgendwie schön aber würde sicher auch mehr Druck bedeuten…

Wo siehst du dich künftig in der Musikbranche, was sind dort deine Ziele?
Es wäre schon schön mal ein Bier zu trinken und zu wissen, dass es aus meinen Einnahmen durchs Musikmachen bezahlt wurde :) Aber ich habe die weiteren Jahre nicht so geplant, dass mein Überleben von meiner Musik abhängt. Ich möchte mich sicher in Sachen Qualität und Technik weiterentwickeln, noch viele Releases haben hinter denen ich voll und ganz stehen kann und ab und zu einen Auftritt um meine Werke auch zu präsentieren. Aber grundsätzlich soll es mir einfach weiterhin Freude machen.

Hast du bald eine Veröffentlichung, neue EP/LP?
Geplant ist noch nichts, bin jedoch kräftig am Produzieren, am Tracks sammeln und wie gesagt noch an einem Nebenprojekt. Seid gespannt und schaut immer mal wieder auf meiner Facebook/Soundcloud-Seite vorbei :)


(If you don’t see the embedded player/video, click here)

Swiss Interview: Marco Kuster, Producer, Zurich (Minimal/Techno)

Saturday, June 11th, 2011

DE: Marco Kuster ist Produzent und DJ aus Zürich. Seit 2007 ist er zurück von seinem Auslandstudium und hat sich wieder tiefergehend der Musik hingegeben. Seit nun 2009 beschäftigt er sich intensiv mit dem Produzieren und alles was dazu gehört, wie z.B. die nötige Software und das richtige Hardware Equipment, welches damals besorgt werden musste.

Heute produziert Marco seine Tracks auf Reason Record für Mac und seine Beats holt er aus dem Micro Tonic VST raus. Das Mastering gibt er seinen Tracks selber bei, da er das grosse Augenmerk auf das Abmischen legt. Er geht beim ganzen nach Gefühl vor und lässt sich immer wieder durch gute Tracks inspirieren, um mehr und mehr das Gefühl für ne gute Abmische zu bekommen.

Um sein Können zu vertiefen wird auch schon gelegentlich ein Track nachgebaut, was ihm mit Spass noch zusätzliche Übung ins Ganze reinbringt. Aber wenn es ans Eingemachte geht zählt das selber  programmieren der Beats. Wie man so schön sagt, “keine Loops sind die besten Loops”.

Wenn man mit Marco diskutiert, sticht ziemlich stark heraus, dass er, wie ich das nenne, ein Schrauber ist. Das stundenlange Rumschrauben an Synthies bis genau der richtige Ton gefunden ist, es genau so klingt wie es klingen muss damit er zum Beat passt und rund und voll klingt. Rund und voll getreu dem Motto “Reduced to max”. Dabei steht das “alles selber machen” immer im Vordergrund, da Marco sich mit einfach fertig servierten Loops nicht zufrieden gibt.

Seinen Stil definiert er hauptsächlich als Minimal / Techno, welcher gern mit tragenden Flächen und einem guten Schuss Melodie untermalt wird. Durch seine Anfänge im Trance/Goa darf das Ganze auch mal einen psychodelischen Beigeschmack haben.

Neben den 5 – 10 h die er pro Woche für die Musikproduktion hinlegt, ist das DJing kein grosses Hobby, sondern macht ihm reichlich Spass um gelegentlich etwas kleines Aufzulegen. Wie er sagt, wird er den grossen Fokus für die Zukunft aber weiterhin auf die Produktion von elektronischer Musik legen.

Markt-Veröffentlichungen hatte er noch keine, doch auf seiner Soundcloud gibts schon einiges zu hören. Bevor er etwas auf den “Markt” bringt, ist ihm wichtig an seinem Gesamtpaket zu schleifen und seinen Tracks den letzten finalen Schliff zu geben – genau nach seinem Gusto. Ein Kolleg von ihm ist mit einem eigenen Label unterwegs und ggf. lässt sich dort etwas an den Start bringen. Aber früher oder später würde er seine Musik gerne an die Labels Border Community oder Bonzai Records einsenden, da er diese sehr schätzt.

Keinesfalls soll es aber in Richtung Mainstream laufen, da er seinen variablen Stil mit gelegentlichen Einflüssen von Extrawelt, Bonzai und James Holden so weiterziehen will.

Aber genug der langen Rede, etwas Musik von Marco Kuster darf natürlich nicht fehlen…


EN: Marco Kuster is a producer and DJ from Zurich. Since 2007 he has returned from his studies abroad and got into more depth to music. Since 2009 he is now working intensively with the production and everything that goes with it, such as the necessary software and the right hardware equipment, which then had to be worried.

Today, Marco produces his tracks on Reason Record for Mac and his beats he gets out of the Microtonic VST. Mastering is a job he likes to do by himself, but finally he puts the most attention to the mix. He usually goes by feel  and is constantly inspired by good tracks to get more and more the sense of good mixes in his productions.

To strengthen his skills he occasionally have a track rebuilt to get even more practice with fun for the whole. But when it comes to the end, he programs his own beats wihtout questioning, or as we say, “no loops are the best loops.

As I spoke with Marco, it stands out quite strongly that he, as I call it, a “screwdriver”. It doesn’t matter for him to screw around for hours with synths to get the right sound, so he finally can say it sound best with a nicely warm sound. As we speak of nicely warm sound, we come to his motto “Reduced to max. “Do it all by yourself,” is always in the forefront, as Marco isn’t satisfied with finished and served loops.

He mostly defines his style as minimal / techno, which is often accompanied with nicely shaped surfaces and a good dose of melody. Through its beginnings in Trance / Goa the whole may sometimes have a psychedelic approach.

In addition to the 5 – 10 hours per week that he spends with music production, DJing is not a big hobby besides it, but it makes enough fun to occasionally do some small sets for himself. As he says, he surely will put his focus for the future into production of electronic music.

There are no Market releases so far, but you will get a nice idea of his music on his Soundcloud. Before dropping anything in the Market, it’s more important to him to strengthen his overall package and give the last finishing touches – exactly to his liking. A colleague of Marco has its own private label, so there might be a release one day as an overall start. But sooner or later he would send his music to labels like Border Community or Bonzai Records, because he highly appreciates.

Under no circumstances it should lead into the mainstream, because he wants to move forward with his own variable style with occasional influences from Extrawelt, James Holden and Bonzai.

But enough of the long speech, some music by Marco Kuster just below…


(If you don’t see the embedded player, click here)

Latest tracks by marcokuster

Swiss Interview Series – Chief Thomson Blog Interviews Musicians From Switzerland

Wednesday, May 11th, 2011

DE: Chief Thomson Blog geht einen Schritt weiter. Berichte über dies und das in der elektronischen Welt ist cool und behalte ich auch weiter bei.

Neu gibt es aber eine Schweizer Interview Rubrik. Der Artikel von vorhin über Elvis Cassetta, war das Erste in dieser Serie.

Wenn du weitere Musiker kennst, welche sich in der elektronischen Welt aufhalten und in der Schweiz leben, darfst du mich gerne anschreiben.

Also viel Spass mit künftig mehr elektronischer Schweizer-Musik.


EN: Chief Thomson Blog goes a step further. Articles about this and that arround the electronic world are cool and I keep it on.

But I start now with a new category called “Swiss Interview”. The article just a few minutes ago about Elvis Cassetta, was the first in this series.

If you know Musicians, which are part of the electronic world and living in Switzerland, please write me an email.

So enjoy all future interviews with Swiss musicians.

Swiss Interview: Elvis Cassetta – Tanzbein Mix Part II (Tech House / Deep House)

Wednesday, May 11th, 2011

DE: Elvis Cassetta, ein DJ und Produzent aus Zürich. Immer mehr liest und hört man über ihn. Die Flyer gewöhnen sich langsam an seinen Namen, da er inzwischen durchaus an mehreren Events pro Monat auflegen kann.

Wo Styro 2000 war, war auch schon Elvis Cassetta. In Clubs wie das Hive, dem Supermarket oder Frieda’s Büxe in Zürich wird er langsam aber sicher vom “NoName” zu einem der bekannteren DJs der Underground Szene. Wie er aber selber sagt, ist ihm der Underground auch recht. Nach seinem Geschmack muss ihm der grosse Erfolg im Kommerz auch nicht entgegen winken. Er geniesst das lebendige Leben in der Underground Szene.

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so wirkt, sein Fokus hat Elvis immer schon aufs Produzieren gelegt. Mit DJing hat er erst später angefangen. Daher verbringt er auch locker mal 5-8 Stunden oder mehr pro Woche in seinem Studio. Wie er selber verrät, arbeitet er zur Zeit an einer neuen EP. Wenn man sich den Track auf dem Hive-Sampler anhört, lässt sich Gutes erahnen.

Seine letzte Veröffentlichung auf dem “5 Jahre Hive Sampler” Sampler hat er übrigens der Bekanntschaft der Hive Jungs (Animal Trainer) zu verdanken. Durch seine vielen Auftritte im Hive, liess sich dies glücklicherweise nicht vermeiden.

Apropo nicht vermeiden, selbst in Ausland ist Elvis kein unbeschriebenes Blatt mehr. Gerade vor 3 Wochen hat er noch im “50 Grad” in Mainz, Deutschland aufgelegt. Was ihm dabei als DJ immer wichtig ist, “Vinyl Only”! Es ist das Gefühl das es ausmacht, noch mit richtigen Platten aufzulegen und nicht mit Ultra High-Tech und MP3s.

Wenn du dieses Gefühl live miterleben möchtest, Elvis setzt erneut zu einer MOPS Serie an. Am 17. Juni 2011 gibts nach einer längeren Pause eine Party ganz im Sinne von “ausgemopst @ Tanzstube im Hive”. Mit dabei sein wird auch ein guter Kolleg, nämlich Bastian Schuster aus Mainz (Off Records / Robsoul).

Also in diesem Sinne, viel Spass mit seinen gerade letztlich veröffentlichten DJ-Set “Tanzbein Mix Part II”.

Mehr von Elvis Cassetta auf Myspace oder Facebook.


EN: Elvis Cassetta, a DJ and producer from Zurich. More and more we read and hear about him. The flyers are pretty much used to his name, because meanwhile there are several events per month he plays at.

Where Styro 2000 played, Elvis Cassetta played as well. In clubs like the Hive, the Supermarket or Frieda’s Buexe in Zurich, he is slowly but surely growing from the “NoName” to one of the better-known DJs in the underground scene. But as he says, the underground completely matches his desires. For his taste, there is no need to grow into the mainstream scene. He enjoys the living life in the underground scene.

Even at first glance it doesn’t seem, he mainly focus on producing. With DJing, he has only started later. Therefore, he easily spends up to 5-8 hours or more per week in his studio. As he says himself, he is working on a new EP. If you listen to the track on the Hive Compilation, it will be worth a purchase.

By the way, due to his his acquaintance of the Hive boys (Animal Trainer), he was able to release a track on the “5 years Hive” sampler. Through his many appearances in the Hive club, this could not be avoided, fortunately.

Even in foreign countries Elvis is not unknown anymore. Just 3 weeks ago he played at the “50 Grad” club in Mainz, Germany. What’s important to him as a DJ, “Vinyl Only!” It is the feeling that matters. Still playing with real vinyl instead of ultra high-tech and MP3s it what’s important.

If you want to experience that feeling live, Elvis starts once again a MOPS series. On June 17th 2011, after a long break,  there will be a party in the spirit of “ausgemopst @ Tanzstube Hive”. A good collegue of Elvis, Bastian Schuster from Mainz (Off Records Robsoul) will join the event too.

So for the moment, have fun with his recently published DJ-set “Tanzbein Mix Part II”.

More of Elvis Cassetta on MySpace or Facebook.


(If you don’ see the embedded player, click here)

Tanzbein Mix Part II by Elvis Cassetta